Der geliebte Krug von Marthe Rull ist zerbrochen worden! Der Verlobte ihrer Tochter Eve soll es gewesen sein. Aber ist es so einfach? Eine Dorfgesellschaft steht vor einer harten Prüfung: Wem kann man heute überhaupt noch trauen?
Die 2025er Mannheimer Fassung von „Der zerbrochne Krug“ trifft einen empfindlichen Nerv: Kleists Dorfgericht ist hier kein folkloristisches Idyll, sondern ein klaustrophobes Machtlabor, das sehr gegenwärtig wirkt.
Ada statt Adam: Macht ohne Heiligenschein
Regisseurin Anna-Elisabeth Frick dreht an einer zentralen Schraube: Aus Dorfrichter Adam wird Dorfrichterin Ada (Maria Munkert). Das klingt nach „Update“, ist aber gerade kein feministischer Heilsversuch, sondern eine bittere Absage an die bequeme Hoffnung, Frauen würden in Machtpositionen automatisch gerechter handeln. Ada lügt, vertuscht und instrumentalisiert ihre Position mit derselben Kälte wie ihr klassisches männliches Vorbild – vielleicht sogar schneidender, weil der Absturz einer vermeintlichen Projektionsfigur härter trifft.





