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Steinbock sucht Playmate

Zug fahren kann nicht nur furchtbar nervtötend, geistig erschöpfend und stickig sein. Nein. Schafft man es trotz aller Bemühungen wie das Zuheben der Ohren und zeitgleichem Summen sowie ein repetierendes Aufstampfen mit dem Fuß nicht, sich den lebensmüden Gesprächen anderer Fahrgästen zu entziehen, muss man sich Sätze wie: "Ich habe früher mit einem Steinbock zusammen gewohnt und ich wohne jetzt wieder mit einem Steinbock zusammen", anhören. Frosch sucht Fön scheint out zu sein. WG-Gesuche haben sich, wie es scheint, in ihrem Wortlaut auch geändert:

"Immanente Schütze-Frau sucht Planetenkonstellationsadäquaten Mitbewohner zur Gründung einer harmonischen, spirituell-esoterischen wie gnostischen Gemeinschaft."

Viele sinnlose Gespräche, laute Schulklassen, schlafende Arbeiter und unzählige Stunden weiter endlich wieder in Mannheim. Schon wackelt ein nicht unansehnlicher Hintern vier Schritte voraus. Wenige Zentimeter oberhalb des Hinterns ist eine große Schrift zu lesen. "Mannheimer Playmate" sowie der Name des Häschens. Beeindruckend. Auch, wenn der Aufdruck streng nach selbst gemacht aussieht. Unser selfmade-Bunny hat auch einen Begleiter. Würde ich dem für sein scheinbares Alter nicht unerheblich zu groß Geratenen einen Namen geben müssen, entschiede ich mich für Timmi. Timmi weiß auch, wie er sein Häschen bei Laune hält. In unvergleichlich charmanter Manier weiß Komikus souverän seinen Lieblingswitz locker in die Runde zu werfen und erkundigt sich gewieft, warum denn Blondinen dreieckige Särge hätten.

Das haut rein. Ich steige nicht mit ihnen zusammen in eine Bahn. Ich laufe. Laufe weiter. Da! Die Rettung. Der Rhein.

Ich denke Ähnliches wisst ihr sicher auch aus dem Lebensbereich des öffentlichen Verkehres zu erzählen?!

Stay blogged. 8-)

Kommentare

    • Geschrieben vonhans
    • am

    soso...auf fremde hintern gucken wir also... :-O

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    • Geschrieben vonMatthias
    • am

    Was du machst, weiß ich nicht. :-D

    Ich hatte jedoch keine andere Wahl, ihren Hintern streckte sie mir quasi vor die Nase. Wie das geht, ging sie doch vier Schritte voraus? Frag mich nicht. 8-)

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    • Geschrieben vonela
    • am

    Da wir ja bei dir immer etwas lernen " was ist gnostisch?"

    Ansonsten kann ich nur sagen das ich froh bin Auto zu fahren das würde mich sonst fertig machen son Gelaber

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    • Geschrieben vonMatthias
    • am

    Mit den öff. Verkehrsmitteln fahre ich z.B. in die Mannheimer Innenstadt, wenn ich dem Parkplatzstress aus dem Weg gehen möchte, oder wenn ich an Orte muss, zu denen ich mit dem Auto länger bräuchte oder es teuer wäre et cetera. So gesehen fahre ich hin und wieder nicht ungerne mal mit dem öff. Nahverkehr. Allerdings nervt das Fahrpublikum schon. :-D

    Gnostisch / Gnostizismus kann u.a. die heute esoterische Bewegung sowie ähnliche okkulte Bewegungen umschreiben. IdF eine von der Christologie losgelöst Heilsuche, die ich oben nicht sonderlich positiv dargestellt haben wollte, was dem Begriff des Gnostizismus im allgemeinen, der verschiedene religionsphilosophische Strömungen von den ersten Jahrhunderten nach Christus bis heute beschreibt, allerdings nicht gerecht wird. Peter Möllers führt hier in Kürze einige Richtungen auf.

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    • Geschrieben vonela
    • am

    Das klingt für mich nicht nach eine wählenswerten Lebensform
    " du das find ich jezz nicht ok " näsel*

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    • Geschrieben vonmannelossi
    • am

    Bin gerade gestern mit dem Zug gefahren und musst mir 2 Stunden lang ein sehr mitteilsames kleine Mädchen anhören, dass sich mit seiner Mutter unterhielt. War aber eigentlich sehr lustig - ich hätte mir Notizen machen sollen... Eins der Highlights:
    Mädchen: "Mama, die Pferde werden da draußen werden ganz nass!"
    Mutter: "Das macht denen nichts, die haben ja ein Fell."
    Mädchen: "Aber Schweine haben kein Fell."
    Mutter: "Doch, die haben Borsten, dennen macht das aus nichts aus."
    Mädchen: "Welche Tiere haben denn kein Fell?"
    Mutter: " ... ähm ... öh ... Oh Mann, mir fallen gerade keine Tiere ohne Fell ein."
    Fahrgast: "Insekten."
    Mutter: "Sind das Tiere? Müssen wir zu Hause mal nachschlagen."
    Mädchen: "Mama, Fische haben kein Fell!"
    Mutter: "Ja, das stimmt."

    :-D

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    • Geschrieben vonChrissy
    • am

    Ja Öffentliche sind nützlich aber leider auch nervig. Vor allem wenn die D&G-Gäääängster-Jugend drin hockt und mit ihren MP3fähigen-4optischenZoom-Handys den Bus/die Bahn/die Straßenbahn oder sonst was zu müllen.

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    • Geschrieben vonMatthias
    • am

    ela, ich für mich auch nicht, allerdings gibt es unter dem allgemeinen Begriff freilich nicht nur schlechtes.

    Biolologie für Runaways. Über was sich Leute in Zügen unterhalten ist ohnehin seltsam. Da hat auch letztes ein Mädel nicht leise mit ihrem "Freund" telefoniert... er muss ein ziemlicher Arsch sein. :-P

    Chrissy, das habe ich auch schon oft gesehen. Verstehen kann ich es nicht. Diese abscheuliche Musik aus krächzenden Leutsprechern, dürfe ja nicht mal den Jupps selbst so gefallen. Und warum man damit seine Umwelt belästigen muss, ist mir ohnehin ein Rätsel. Ebenso diejenigen, die mit ihren Kopfhörern einen großen Radius beschallen. Sind diejenigen taub? Nein? Dann aber bald.

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