Da ich gerade den Wikipedia-Artikel zu den Mannheimer Stadtteilen und Stadtbezirken überarbeitete, analysieren wir in diesem Artikel die Zahlen und Änderungen von 2019 bis 2024. Mannheim verzeichnet zwischen 2019 und 2024 ein moderates Bevölkerungswachstum bei Hauptwohnsitzen, getrieben vor allem durch Neubaugebiete wie Franklin.
Gesamtentwicklung und Gesamtzahlen
Zwischen 2019 und 2024 ist die Einwohnerzahl mit Hauptwohnung in Mannheim insgesamt von 321.261 auf 328.647 Personen gestiegen (+7.386, rund +2,3%).
Warum Google keine Kontakte-Geburtstage mehr im Kalender anzeigt
Seit 2024 greift in der EU der Digital Markets Act (DMA), der Google zwingt, bestimmte Datenverknüpfungen nur noch mit expliziter Zustimmung zu nutzen. In der Praxis hat Google die direkte Kopplung von Kontakten und Geburtstags‑Kalender für deutsche Nutzer reduziert oder abgeschaltet, wodurch Geburtstage einfach verschwunden sind. Ist das bei allen so? Man liest und hört es häufig, jedoch nicht von allen?
Es gibt sehr viele Anleitungen, denen nach man an vielen Stellen, vieles aktivieren und deaktivieren kann, bei mir hat dies alles nicht geholfen, die Geburtstage meiner Kontakte wurden mir nicht mehr in meinem Google-Kalender angezeigt. Ich konnte es jedoch mithilfe eines Skripts lösen.
Dieser Skript‑basierte Geburtstagskalender umgeht die Einschränkungen, weil er normale Termine erstellt, die wie jeder andere Kalender auf allen Geräten synchronisiert werden.
Foto: Christian Kleiner
v. li.: Maria Helena Bretschneider (Eve), Paul Simon (Ruprecht), Ragna Pitoll (Marthe), Pablo Weller de la Torre und Elodie Toschek (Licht), Rahel Weiss (Brigitta), Fabian Dott (Walter)
Der geliebte Krug von Marthe Rull ist zerbrochen worden! Der Verlobte ihrer Tochter Eve soll es gewesen sein. Aber ist es so einfach? Eine Dorfgesellschaft steht vor einer harten Prüfung: Wem kann man heute überhaupt noch trauen?
Die 2025er Mannheimer Fassung von „Der zerbrochne Krug“ trifft einen empfindlichen Nerv: Kleists Dorfgericht ist hier kein folkloristisches Idyll, sondern ein klaustrophobes Machtlabor, das sehr gegenwärtig wirkt.
Ada statt Adam: Macht ohne Heiligenschein
Regisseurin Anna-Elisabeth Frick dreht an einer zentralen Schraube: Aus Dorfrichter Adam wird Dorfrichterin Ada (Maria Munkert). Das klingt nach „Update“, ist aber gerade kein feministischer Heilsversuch, sondern eine bittere Absage an die bequeme Hoffnung, Frauen würden in Machtpositionen automatisch gerechter handeln. Ada lügt, vertuscht und instrumentalisiert ihre Position mit derselben Kälte wie ihr klassisches männliches Vorbild – vielleicht sogar schneidender, weil der Absturz einer vermeintlichen Projektionsfigur härter trifft.
Andrea Moses’ zeitlose Inszenierung macht aus Mozarts Meisterwerk ein voyeuristisches Verwirrspiel – mit frischem Ensemble und Cornelius Meister am Pult.
Seit der Uraufführung 2012 kehrt Andrea Moses‘ tiefgründige Inszenierung von Mozarts „Don Giovanni“ regelmäßig an die Stuttgarter Staatsoper zurück – zu Recht, wir sich beim Besuch im Dezember 2025 herausstellte. Zwischen Bühnenhotel, psychologisch scharf gezeichneten Figuren und einem hochkonzentrierten Mozartklang entsteht ein wunderbarer Opernabend.
Bühne: Labyrinth der Täuschungen
DON GIOVANNI: Natasha Te Rupe-Wilson (Zerlina), Johannes Kammler (Don Giovanni), Staatsorchester Stuttgart, Staatsopernchor Stuttgart; 2025
Das doppelstöckige, drehbare Bühnenhotel mit Fenstern, Türen, Treppen, Bar und dynamisch eingebundenen Garagen wirkt wie ein Labyrinth gegenseitiger Täuschungen und Enttäuschungen. Es schafft eine moderne, austauschbare Business-Hotel-Stimmung von Seelenlosigkeit und Dekadenz, in der Figuren sich verstecken, beobachten und täuschen. Die vielen Auf- und Abtrittsflächen fördern Dynamik, während gläserne Zimmer Intimität vortäuschen und doch alles einsehbar machen. Was anfangs etwas verwirrt schmiegt sich hervorragend und sehr durchacht in jede Szene ein.
Vom großen Vierspartenhaus bis zu experimenteller Performance-Kunst spannt sich ein dichtes Netz an Bühnen, Ensembles und Ausbildungsorten. Da lohnt sich ein näherer Blick auf eine nicht vollständige Auswahl der Theaterangebote der Quadratestadt.
Mannheim gilt als Theaterstadt, in der große Bühne und freie Szene dicht beieinanderliegen. Zwischen klassischem Repertoire und experimentellen Formaten hat sich hier über Jahrzehnte ein lebendiges Kulturklima entwickelt, das weit über die Region hinausstrahlt. Das traditionsreiche Nationaltheater als eines der ältesten kommunalen Repertoirehäuser Deutschlands setzt dabei ebenso Akzente wie zahlreiche kleinere Bühnen, die mit Mut zu neuen Texten und Formen das Stadtbild prägen. So entsteht ein dichtes Netzwerk von Spielorten, das Theater in Mannheim zu einem selbstverständlichen Teil des urbanen Alltags macht und Besucherinnen und Besucher immer wieder neu zum Entdecken einlädt.
Nationaltheater Mannheim
Das Nationaltheater Mannheim, gegründet 1777 von Kurfürst Carl Theodor als erste „deutsche Nationalschaubühne“ mit festem Ensemble, ist eines der ältesten kommunalen Theater der Welt – seit 1839 vollständig in städtischer Hand und damit das erste in Deutschland. Und als Vierspartenhaus mit Oper, Schauspiel, Tanz und Jungem Nationaltheater das Flaggschiff der Region. Mit Festivals wie den Internationalen Schillertagen und dem „Mannheimer Sommer“ sowie rund 350.000 Besuchern pro Jahr prägt es das kulturelle Profil der Stadt weit über Mannheim hinaus. Hier feierte Friedrich Schillers „Die Räuber“ 1782 unter Intendant Wolfgang Heribert von Dalberg ihre legendäre Uraufführung mit August Wilhelm Iffland als Franz Moor. Link: nationaltheater-mannheim.de
Der Mannheimer Fernmeldeturm ist nicht nur technisches Infrastrukturgebäude, sondern ein emotionales Wahrzeichen – und steht aktuell an einem Wendepunkt: frisch unter Denkmalschutz gestellt, schließen Ende 2025 Drehrestaurant und Aussichtsplattform auf unbestimmte Zeit. Somit ist das Innere des Fernsehturms der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Nähern wir uns dem geliebten Wahrzeichen und klären, wieso der Fernmeldeturm schließen muss.
Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung am 10. April 1973 wurde der Turm am 27. März 1975 eingeweiht. Zur Bundesgartenschau 1975 wurde er als neues „Schaufenster“ Mannheims eröffnet, bot moderne Richtfunk- und Rundfunktechnik – und gleichzeitig einen spektakulären Panoramablick über Rheinebene, Pfalz und Odenwald. Mit rund 218 Metern Gesamthöhe steht er zwischen Luisenpark und Neckarufer und war nach der Antennenaufstockung 2016 zeitweise das höchste Gebäude Baden-Württembergs und überragt seither den Stuttgarter Fernsehturm.
Mark Zappe, Ali Raki-Turp, Helena Fuladdjusch, Michael Hördt, Fabian Kuhn. Foto: Oststadt Theater Mannheim
„Brandheiß – Gelöscht wird später!“ im Oststadt Theater Mannheim erweist sich als pointensichere Feuerwehr-Komödie, die der Tradition turbulenter Boulevardstücke verpflichtet bleibt und vor allem auf Tempo, Situationskomik und Körpereinsatz setzt. Wer seine Bauchmuskeln mit Blaulicht-Einsatz trainieren will, ist hier genau richtig.
Ausrüstung und Einsatzort
Die Komödie von Jette Findeisen erzählt von einer freiwilligen Feuerwehr, deren Wache finanziell abgebrannt ist: Einsatzfahrzeug und Kasse sind ruiniert. Alleine das Bier läuft noch. Die Feuerwehrmänner suchen zwischen Grillwurst, Gerstensaft und Provinz-Alltag nach einer Rettungsidee – und finden sie erst, als sich die Tochter des Feuerwehrchefs einbringt.
Das Jakobus-Theater ist ein freies Theater mitten in der Karlsruher Weststadt, in der Nottingham-Anlage, und bespielt seit den 1970er-Jahren einen kleinen, direkten Zuschauerraum. Programmatisch setzt das Haus auf gut gemachte Unterhaltung zwischen Krimi und Komödie, häufig mit Ensembleproduktionen, die nahe am Publikum und ohne große Distanz funktionieren.
Foto: Natalie Grebe v. li.: Bruno Akkan (Clov), Eddie Irle (Hamm)
„Endspiel (Fin de Partie)“ von Samuel Beckett spielt in einem postapokalyptischen Raum, in dem der blinde und gelähmte Hamm in einem Sessel thront und von seinem Diener Clov versorgt wird. Die beiden sind in einer symbiotischen Abhängigkeit gefangen: Hamm braucht Clov, der wiederum nicht gehen kann, während Hamms in Tonnen wohnende Eltern Nagg und Nell sporadisch auftauchen und um Brei betteln.
Ich bin fasziniert, von der Ausstellung „Kirchner, Lehmbruck, Nolde – Geschichten des Expressionismus“ in der Kunsthalle Mannheim – sie läuft noch bis 11. Januar 2026 und weckt Emotionen dieser Epoche. Besonders spannend finde ich, wie Mannheim hier als Geburtsstätte des Expressionismus glänzt, und der Fokus auf vergessene Künstlerinnen.
Mannheims Pionierrolle
Mannheim war ab den frühen 1900er-Jahren ein Hotspot für Expressionismus – die Kunsthalle baute eine der allerersten Sammlungen in deutschen Museen auf, mit Werken von Heckel, Kirchner und Co. Bis 1937, als die Nazis über 500 Stücke als „entartet“ beschlagnahmten, war das hier ein Mekka für diese rohe, gefühlvolle Kunst. Heute holt die Ausstellung diese Geschichte zurück, mit eigenen Beständen und Leihgaben aus Privatbesitz, und zeigt, wie die Stadt trotz allem ein Stück Kunstgeschichte bewahrt hat.