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Kultur

Kirchner, Lehmbruck, Nolde: Wild, laut, weiblich in der Kunsthalle Mannheim

Ich bin fasziniert, von der Ausstellung „Kirchner, Lehmbruck, Nolde – Geschichten des Expressionismus“ in der Kunsthalle Mannheim – sie läuft noch bis 11. Januar 2026 und weckt Emotionen dieser Epoche. Besonders spannend finde ich, wie Mannheim hier als Geburtsstätte des Expressionismus glänzt, und der Fokus auf vergessene Künstlerinnen.

Mannheims Pionierrolle

Mannheim war ab den frühen 1900er-Jahren ein Hotspot für Expressionismus – die Kunsthalle baute eine der allerersten Sammlungen in deutschen Museen auf, mit Werken von Heckel, Kirchner und Co. Bis 1937, als die Nazis über 500 Stücke als „entartet“ beschlagnahmten, war das hier ein Mekka für diese rohe, gefühlvolle Kunst. Heute holt die Ausstellung diese Geschichte zurück, mit eigenen Beständen und Leihgaben aus Privatbesitz, und zeigt, wie die Stadt trotz allem ein Stück Kunstgeschichte bewahrt hat.​

Highlights der Ausstellung

Die Schau präsentiert 50 Gemälde, 30 Skulpturen und 100 Grafiken – von Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde bis zu Wilhelm Lehmbruck, dessen Werke dank Mäzen Sally Falk ein echtes Highlight sind. Besonders berührt mich der kritische Blick: Wie Expressionisten „Exotisches“ aus Kolonialzeiten übernahmen oder wie Nolde im NS-Kontext neu bewertet wird. Es gibt auch ein tolles Rahmenprogramm mit dem Nationaltheater Mannheim und Führungen, die die Geschichten lebendig machen.​

Frauen im Fokus

Endlich mal Licht auf weibliche Künstlerinnen! Lange galt Skulptur als Männersache, doch Milly Steger bricht das auf – ihre Werke werden hier erstmals in Mannheim gezeigt. Auch Gabriele Münter und Maria Uhden tauchen in der Grafiksammlung auf, neben Otto Muellers „Knieender weiblicher Akt“, der nach NS-Beschlagnahme zurückkam. Die Ausstellung zeigt, wie hart der Markt damals für Frauen war, und das macht sie – gerade heute – unverzichtbar.

Stay blogged. 😎

Dein Matthias Düsi