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Kultur

Clowneskes Endspiel: Becketts Hermetik als Zirkus der Verzweiflung am Nationaltheater Mannheim

Endspiel (Fin de Partie)“ von Samuel Beckett spielt in einem postapokalyptischen Raum, in dem der blinde und gelähmte Hamm in einem Sessel thront und von seinem Diener Clov versorgt wird. Die beiden sind in einer symbiotischen Abhängigkeit gefangen: Hamm braucht Clov, der wiederum nicht gehen kann, während Hamms in Tonnen wohnende Eltern Nagg und Nell sporadisch auftauchen und um Brei betteln.

Inszenierung

Die Mannheimer Inszenierung von „Endspiel (Fin de Partie)“ am Nationaltheater zeigt Samuel Becketts Endzeit-Klassiker als Clownsspiel zwischen Verzweiflung und bitterer Komik. Das groteskes Clownsspiel, das die Figuren als verlorene Komiker in einer postapokalyptischen Leere zeichnet, setzt weniger auf Aktualisierungs-Gimmicks als auf das genaue Ausspielen der Situationen.

Bühne

Lea Stöckers Bühne sperrt das Geschehen auf den hermetischen Innenraum ein: eine Welt, in der „alles zum Stillstand gekommen“, vor allem die Hoffnung. Der reduzierte Raum betont die Zwangslage von Hamm und Clov, die nicht miteinander und schon gar nicht ohne einander auskommen können.

„Es ist aus!“

Mangler treibt Becketts düsteren Humor auf die Spitze: Der Abend ist durchzogen von Momenten, in denen die Zuschauenden lachen und sich dennoch zeitgleich unbehaglich fühlen. Gerade im clownesken Überzeichnen der Routinen – dem ständigen Kontrollieren der Fenster, den ritualisierten Dialogen, den falschen Abgängen – öffnet sich der Blick auf das Ausgeliefertsein der Figuren. Sind wir nicht alle ausgeliefert? Unseren Routinen?

Ausgespielt?

Das Stück premierte im Studio Werkhaus am 29. September 2025 ist wird derzeit noch gespielt.

Besetzung

  • Hamm: Eddie Irle
  • Clov: Bruno Akkan
  • Nagg: Matthias Breitenbach
  • Nell: Almut Henkel
  • Regie: Jonas Mangler
  • Bühne & Kostüm: Lea Stöcker

Stay blogged. 😎

Dein Matthias Düsi