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Duesiblog

Vom Bloggen, Seitensprungagenturen und Toilettenpapier

Derzeit lese ich in einigen Blogs, dass der Blogmaster (m/w) aus persönlichen oder sonstigen Gründen das Bloghandtuch wirft oder, dass sich der Blogmaster (wieder m/w) selbst darüber wundert, dass andere ihr Blog geschlossen haben. Gar von Blogsterben oder Blogviren ist zu lesen.

Woran liegt das? Hhmm, schwer zu sagen. Einerseits liest man Ideenlosigkeit als Beweggrund oder dass ein persönlich gestecktes Ziel durch das Bloggen nicht erreicht werden konnte oder aber etwas über die Thematik Zeit. Das Argument Zeit ist ein Erschlagendes.

Wenn ich von mir ausgehe, habe ich diverse Ansprüche an mich und mein Blogengagement, die da unter anderem wären:

  • Nicht ausschließlich Blödsinn zu schreiben 😉
  • Regelmäßig zu schreiben
  • Mit Konbloggerinnen, Konbloggern, Kommentatorinnen und Kommentatoren zu interagieren
  • Insgesamt an der Blogosphäre teilzunehmen
  • Mich selbst, meine Kenntnisse und mein Wissen durch das Bloggen fortzuentwickeln
  • Nicht zuletzt: Spaß
  • Usw. usf.

Solche oder so ähnliche Ansprüche werden viele an sich und an das Bloggen gestellt haben. Somit ist ein gewisses Zeitengagement freilich notwendig, welches neben dem echten Leben, der Familie, Freunden und Hobbies, in Zeiten von Zweit- und Drittjobs, Parallelstudiengängen und online Seitensprungagenturen immer schwieriger aufzubringen ist. Freilich.

Schließlich ist das Verlangen, während man mit der javabasierten Twitterapplikation von seinem mobilen Endgerät, auf der Toilette sitzend, einen Tweet, und darüber hinaus nicht nur diesen, abzusetzen in Begriff ist und der Welt mitteilt, dass das 3-lagige und reißfeste Toilettenpapier im gerade neu erworbenen Toilettenpapierhalter, an dessen Wandmontage man just gestern die Welt „da draußen“ via Twitpic teilhaben lassen konnte, aufgebraucht sei, man sich daher das Zusammenleben mit seiner Frau noch mal überlegen wolle (#Trennung) und es selbst in der schwierig zu balancierenden „10-Grad-Sitzposition“ unmöglich erscheint, die volle Klopapierrolle jemals erreichen zu können und dem darauf folgenden Tweet, frisch abgewischt und 5 Minuten später, mit der Frage, ob ein Windsorknoten für das Frühlingsfest in der Firma zu spießig ankomme, schließlich fühle man sich noch, obgleich über 40, wie weit unter 30, iPhone sei dank, noch etwas Zeit für sich haben zu wollen, durchaus noch vorhanden.Würde man dies nun Bloggen und nicht Twittern könnte man hinzufügen, dass der Name des Windsorknotens auf den Herzog von Windsor zurückzuführen ist, wobei der Link zum Wikipediaartikel, aus welchem man sich eben das Wissen anlas, zu unterschlagen ist. Aber sein Leben in 140 Zeichen zu packen ist nicht so einfach, wie es aussieht und in der gebotenen Aktualität anerkanntermaßen nicht unstressig. Blogging-Burnout!

Vom 21. bis 28. März habe ich hier keinen Blogartikel verfasst bzw. verfassen können. Persönlich finde ich es schade. Aufbauend nehme ich die beiden Mails, die sich missionarisch auf meine Abstinenz berufen, zur Kenntnis. Danke! Schön, vermisst zu werden.

Ich selbst habe den Anspruch an mich, so lückenlos wie möglich Artikel zu verfassen und an der Blogosphäre teilzunehmen. Dass die Wirklichkeit anders aussieht, erfahren meine Konbloggerinnen und Konblogger sowie ich nahezu täglich. Es ist aber auch nichts Schlimmes, wenn man mal nicht die Zeit zum Bloggen hat finden können oder wollen. So lange noch eine gewisse Ernsthaftigkeit und Stetigkeit vorzufinden ist, ist doch alles halb so wild. Die meisten machen es doch des Spaßes und Freizeitwertes wegen.

Lasst euch nicht unter Druck setzen. Keep cool und

stay blogged. 😎

Euer Matthias

PS. Die Korrektur dieses Artikels fand meinerseits auf der Toilette statt. Ohne Scheiß!