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Lebenszeilchen

Freizeit für die Firma opfern

Mir wurde eine Frage gestellt, die ich sehr interessant finde und zu welcher ich gerne eure Meinung lesen würde. Die Frage geht in die Richtung, in wie weit man seine Freizeit für die Firma opfern soll. Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, im Gegenteil, ich sehe es als selbstverständlich an, sein Hirn und seine Tatkraft für die Firma nicht mit dem Glockenschlag einzustellen, dies gab ich auf die zunächst pauschal gestellte Frage zur Antwort.

Im konkreten Fall legte ein Betrieb fest, dass die in regelmäßigem Turnus stattfindenden Erste-Hilfe-Kurse, die bisher stets an Arbeitstagen abgehalten wurden, ab diesem Jahr freitags (AZK) und samstags (Freizeit) stattfinden sollen. Die fehlende Absprache mit dem Betriebsrat usw. usf. lassen wir mal außen vor. Nun stehen die Arbeitnehmer vor der Frage, ob sie ihre Freizeit tatsächlich opfern wollen, „schließlich ist der Kurs für den Betrieb und diese neue Regelung stellt quasi eine weitere Kürzung dar.“

Gut, die Arbeitnehmer können dies nun tatsächlich als eine Mehrbelastung oder eine weitere Kürzung auffassen und viele verlautbarten zunächst unter diesen neuen Bedingungen nicht an einer weiteren Aus- oder Weiterbildung teilnehmen zu wollen. Die Geschäftsleitung argumentierte üblich mit Kostensenkung und daraus resultierender Arbeitsplatzsicherung et cetera.

Den Erste-Hilfe-Kurs selbst kann man aber auch als eine soziale Verantwortung sehen, ein ausgebildeter Ersthelfer kann in Gefahrensituationen seinen Kollegen wichtige Hilfe Leisten. Darüber hinaus ist es dem Arbeitnehmer freilich nicht untersagt sein erlerntes Wissen in Sachen Erste-Hilfe im privaten Bereich anzuwenden.

Demgegenüber kann man das generelle „Prinzip“ stellen, dass Freizeit eben Freizeit ist. Viele von euch können mir sicher zustimmen, wie schnell man ausgenutzt wird, wenn man sich stets bereitwillig und „kostenlos“ zur Verfügung stellt. Nie und nimmer würde ich hart Arbeitenden ihre mehr als verdiente, ohnehin karge, Freizeit streitig machen wollen, das muss in der Tat jeder für sich entscheiden, wie und wo er seine persönlichen Grenzen zieht, nachempfinde könnte ich eine so argumentierte Entscheidung.

Mein Rat ging dennoch in die Richtung (allerdings auch an einen seit vielen Jahren für den Betrieb ausgebildeten Ersthelfer, der dies selbst für sich wichtig findet) den vorgeschriebenen Auffrischungskurs unter Inkaufnahme des Freizeitverlustes zu machen.

Wie würdet ihr im Fall Erste-Hilfe-Kurs entscheiden und wie allgemein? Ergänzend sei gesagt, dass die betreffende Firma derzeit finanziell gut dasteht.

Würdet ihr die Entscheidung eure Freizeit für die Firma zu opfern von Faktoren wie der wirtschaftlichen Situation der Firma, des Arbeitsmarktes et cetera abhängig machen?

Stay blogged. 😎